Kurzandacht

Juni 2019

Der Sommer rückt näher. Wir sehen alles wieder in voller Blüte. Es erinnert mich daran, wie Gott am Anfang alles gemacht hat. Die Schöpfungsgeschichte in Genesis 1.1-2.4a ist ein literarisches Kunstwerk! Egal, was du darüber denkst, sein Wert ist enorm! Diese Geschichte stellt einen kreativen Gott dar und lädt den Leser ein, Gott kennenzulernen. Sie zeigt uns den Wert der Schöpfung, aber auch unsere Verantwortung darin.
Die erste Schöpfungsgeschichte besteht aus sieben Strophen. Jeder Tag, der beschrieben wird, ist eine Strophe. Das Ganze bringt ein beeindruckendes Loblied hervor, das Gott als Schöpfer bekennt und zur Bewunderung für seine Schöpfung anregt.

Im beeindruckenden Schlusswort findet auch der Mensch seinen Platz: Wir sind Gottes Ebenbild und für das Fortbestehen der Natur und der Welt verantwortlich. Es ist nicht unsere Aufgabe, die Götter zu "beruhigen", der Mensch ist viel wertvoller. Jeder Mensch ist für Gott bedeutungsvoll, ja sogar ein Bild von ihm.
Das Schöne daran ist, dass diese Geschichte Zeit, Sprache, Nationalität und Kultur so weit überschreitet, dass bis heute jeder etwas mit der Geschichte anfangen kann.

Auch in unserer Zeit, oder vielleicht sollten wir sogar sagen “gerade in unserer Zeit”, hat diese Geschichte eine Bedeu-tung. Sie ermutigt uns, eine höhere Lebensqualität zu erreichen. Unser Leben sollte nicht dominiert werden von einer geldgetriebenen Marktwirtschaft, sondern von einer umweltbewussten Existenz.

Unsere Aufgabe ist es nicht, rund um die Uhr einfach immer weiterzumachen, sondern ein ausgewogenes Leben zu leben. Ein Tag Ruhe in der Woche, genügend Schlaf, frei von ständigem Stress. Sie weist uns an, autonom und unabhängig zu denken, anstatt uns von einem unaufhörlichen Medien- und Informationsfluss leiten zu las-sen.


Jetzt, da der Sommer näher rückt, ruft uns die Schöpfungsgeschichte auf, "sie in unseren Alltag umzusetzen!“ Nimmt dir einen Moment Pause, überlege bei allem was du tust und denke selbständig und kritisch über das nach, was auf dich zukommt. Und vor allem: erweitere deine Beziehung zu Gott und hör auf ihn!

 

M.Altink, Pastor



Mai 2019

Die Ostertage liegen hinter uns, der Himmelfahrt steht vor der Tür. In dieser Zeit denken wir zurück an das, was der Herr für uns auf Golgatha getan hat. Das erste, was die Nachfolger Christi taten, nachdem Jesus in den Himmel aufgenommen worden war, ist oft und viel miteinander zu beten. „Sie alle trafen sich regelmäßig an diesem Ort, um gemeinsam zu beten.“ (Apostelgeschichte 1,14).
Der Prophet Joel sagt uns, dass wir uns über Gott freuen können. Er schickt Regen, damit alles wachsen kann. Um geistlich zu wachsen, brauchen wir im übertragenen Sinne auch Gottes "Regen". Wir wollen verkündigen, dass Jesus lebt! Gleichzeitig brauchen wir Kraft und Mut, um diese Botschaft zu verbreiten!
Es ist vor allem Markus, der in seinem Evangelium betont, wie es Jesus häufig ging: Er wurde derart von Menschen gesucht und bedrängt, dass er und seine Jünger kaum Zeit zum Ausruhen oder zum Essen hatten.
Trotz seines überfüllten Kalenders suchte Jesus immer wieder die Einsamkeit und die Stille, das Gespräch mit seinem Vater. Die Kraft, um all den leidenden, fragenden und teils feindseligen Menschen zu begegnen, hat er sich jeden Tag neu von seinem Vater schenken lassen.
Für Jesus war Beten das „Kerngeschäft“ seines Dienstes. Lasst uns weiter beten im Trubel des Alltags. Betet, dass unser Glaube wächst, betet für unsere gegenseitigen Beziehungen. Betet für das Wachstum der Gemeinde und betet für die Verkündigung an unsere Mitmenschen.

 

M.Altink, Pastor



April 2019

Wir kommen aus einer Familie und sind doch so unter- schiedlich. Wer kennt das nicht aus eigener Erfahrung?
Eltern erleben täglich, wie verschieden ihre Kinder reagie- ren, welche unterschiedlichen Interessen sie haben und welche Charaktereigenschaften sie entwickeln.
Wäre es besser, wenn wir alle die gleichen Meinungen, Anschauungen und Charaktereigenschaften besäßen?
Mit Sicherheit nicht. Wahrscheinlich würden wir uns zu Tode langweilen.
In der Unterschiedlichkeit liegt die ungeheure Chance, dass wir uns auseinandersetzen und entwickeln. Wichtig bleibt, dass wir uns wertschätzen und eine Atmosphäre schaffen, in der viele Meinungen Platz haben. Das muss man lernen und manchmal auch einfach aushalten. Feindschaft und Ausgrenzung sind der falsche Weg, weil Vertrauen verloren geht. Und das braucht jeder Mensch. Jemanden zu haben, der einfach zuhört, in den Arm nimmt und tröstet, ist Glück, oder auf eine Biblische Art und Weise gesagt: das ist göttliche Liebe.
Auch in der Gemeinde gilt das Gleiche Prinzip – und ich bin davon überzeugt das Gott uns in Vielfalt geschaffen hat, damit wir lernen einander zuzuhören, wertzuschätzen, und als Person zu akzeptieren.
1. Mose 1, 27 sagt: „So schuf Gott die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau.“ Das zeigt schon, dass Er den individuellen Menschen unterschiedlich schuf, männlich und weiblich schuf Er sie.
Gott gibt uns die Herausforderung, dass wir uns wert- schätzen und eine Atmosphäre schaffen, in der viele Mei- nungen Platz haben ohne Feindschaft oder Ausgrenzung. Manchmal und in manchen Bereichen fällt uns das (sehr?) schwer.
Die Frage bleibt: Wo ziehst du diese Grenze?
Ich wünsche uns auch diesen Monat Gottes reichen Se- gen, wenn wir unseren Glauben leben und anderen zeigen, dass wir zu ihm gehören.

 

M.Altink, Pastor



März 2019

Zu den biblischen Zeiten blieb ein Aussätziger immer weit entfernt von den Menschen. Lepra war zu Jesu Zeiten wahrscheinlich eine Mischung von Hautkrankheiten, Lepra und Ekzemen. Sie wurden als unrein angesehen. Das war die Hauptursache dafür, dass ein Aussätziger auf dem Feld außerhalb der bewohnten Welt verblieb. Oft wurde Lepra als Gottes Strafe wegen einer schweren Sünde angesehen.

Positiv formuliert zielt die Vorstellung von Gottes Strafe darauf, dass der Mensch sich der Konsequenzen all seines Tuns bewusst werden soll. Von daher wurde Leid als negative Folge bösen Tuns - als zur Verantwortung rufende Strafe Gottes interpretiert.

Jesus und schon davor das alttestamentliche Buch Hiob haben diese Lehre aufgegriffen und ihre Grenzen bewusst gemacht: Es gibt auch unverschuldetes Leid.

Wie Jesus mit dem Aussätzigen umgeht, zeigt dass diese Krankheit wirklich nur das ist – eine Krankheit – und damit auch dieses unverschuldete Leid.

In der damaligen Kultur muss sich der Aussätzige von Gott und den Menschen fernhalten. Aber dieser Aussätzige wagt es, in die Nähe von Jesus zu kommen, und er hat Recht!

Als Jesus diesem Mann begegnet, meidet er ihn nicht. Ganz im Gegenteil, er berührt ihn sogar und sagt: Ich will - werde rein! Während sich Unreinheiten gerade durch Berührung ausbreiten, geschieht hier wieder das Gegenteil. Durch Jesu Berührung und sein Wort heilt er. Noch wichtiger ist aber, dass Jesus zeigt, dass Gott vergibt. Denn Gott will keine Distanz, sondern Nähe. Danke Jesus dafür!

Im Großen und Ganzen ist Krankheit eine Folge der Sünde: Erst nach dem Sündenfall gab es Krankheiten, die auch manchmal zum Tod führen. Die Vergebung Christi heilt in diesem Fall sogar dieses unverschuldete Leid.

 

M.Altink, Pastor



Februar 2019

Jesus Christus erlaubt uns ihm zu kennen. Von Anfang der Schöpfung wissen wir, wer er ist und was er von uns will und wie wir das am besten tun können. Dazu gab er uns seine Richtlinien in seinem Wort.

Im Zusammenleben mit unserer Gesellschaft merken wir, dass es gut ist, bestimmte Richtlinien von Anfang an einzuhalten. Das gilt in besonderem Maß für solche Werte wie "Vertrauen", "Verantwortung", "Selbstständigkeit" und "Offenheit". Durch das Internet ist heute alles für jedermann durchsichtig geworden und man kann auf die Dauer kaum Verfehlungen auf diesen Gebieten verbergen

Eine Organisation oder Institution kann es sich nicht mehr leisten, etwas unter den Teppich zu kehren.

Genau wie bei Jesus ist es unsere Aufgabe, Klarheit zu bringen. Was tun wir und warum tun wir, was wir tun. Das gilt auch für uns als Kirche. Wenn wir zu einer Gemeinde gehören, schaut die Öffentlichkeit auf uns. Früher haben wir (manchmal) versucht, bestimmte Dinge zu verbergen. Wenn Fehler bekannt wurden, schämten wir uns. Aber auch in einer Kirche sind Offenheit und Ehrlichkeit wichtiger als ein "heiliger" Ruf (den bestimmte Leute erwarten). Damit wird es aber auch wichtiger, dass man sehen kann, wie wir mit Vergebung umgehen. Vergebung ist der zentralste Wert des christlichen Glaubens.

 

M.Altink, Pastor



Januar 2019

Zachäus war ein Mann, der Jesus sehen wollte. Er "war klein von Gestalt" (Lukas 19,3) und stieg deshalb auf einen Baum, so dass er einen besseren Blick auf die Straße hatte. War er nur neugierig? Nein, es ging ihm um mehr. Er wollte Jesus nicht nur sehen, er wollte wissen wer er ist. Noch wichtiger, als das Zachäus einen Blick auf Jesus werfen konnte, trotz der Menschenmenge, die Jesus umgab, war jedoch die Tatsache, dass Jesus Zachäus sah.
Jesus sah mehr als nur einen Mann im Baum. Jesus wusste, wer Zachäus war.
Er war ein Steuerbeamter, der für die römischen Besatzer tätig war und seine Mitbürger zu seinem eigenen Vorteil erpresste.

Jesus sah jedoch mehr als das, er sah in Zachäus einen Kandidaten für sein Königreich.
Er wusste, das auch Zachäus "ein Sohn Abrahams " war, der gerettet werden musste. Deshalb nahm sich Jesus die Zeit, mit Zachäus in sein Haus zu gehen.

Was zunächst nur Neugierde war, wurde bald zu einem tief empfundenen Wunsch, Jesus zu folgen und die Richtung seines Lebens radikal zu ändern.
In einem neuen Jahr haben wir oft gute Absichten.
Vielleicht können wir alle in 2019, so wie Jesus, aufmerksam um uns blicken, um die Menschen zu sehen, die zu Jesus kommen und ein neues Leben beginnen wollen.

 

M.Altink, Pastor